Nach einer emotionalen Begrüssung war unsere "Truppe" für die nächsten zwei Monate komplett. Lea, welche die letzten paar Monate durch Afrika gereist war, wird Michèle und mich auf unserer Weiterreise durch Neuseeland begleiten. Wir hatten uns viel zu erzählen und nach dem Silvestereinkauf (vier Liter Goon durften natürlich nicht fehlen;)) machten wir uns auf, Adi und seinen Kollegen Eric in der City zu treffen. Nachdem die armen Jungs eine gute Stunde auf uns warten mussten (wir hatten den Weg ein wenig unterschäzt und uns dann noch verlaufen...) machten wir uns danach sofort auf den Weg, um einen guten Platz für das Feuerwerk anzuschauen zu ergattern. Eigentlich wollten wir zuerst an einen Aussichtspunkt, welcher ziemlich weiter enternt war, aber da die Busse nach Mitternacht nicht mehr fuhren und wir nicht so weit zurück laufen wollten, beschlossen wir, nach einigem hin und her laufen direkt gegenüber der Oper uns einen Platz zu erkämpfen. Nachdem ich den Goon und die Jungs ihren Vodka reingeschmuggelt hatten (in dieser Zone hätte man eigentlich keinen Alkohol mitbringen dürfen...) machten wir es uns auf Leas Masai Decke bequem. Nach ein paar Gläschen Wein und leckerem Hummus-Gurken-Brötchen genossen wir das erste Feuerwerk, welches das Kinderfeuerwerk war, aber trotzdem schon ein Spektakel war. Um Mitternacht ging dann das ganze nochmals los einfach viel grösser, länger und besser. Als wir am Schluss dachten jetzt kann es nicht mehr besser werden wurden die letzten Feuerwerke auf der ganzen Harbour Bridge abgefeuert. Was für ein Anblick! Zwar ziemlich laut, aber wunderschön. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich fast Platzangst hatte bei all den vielen Leuten um mich herum. Denn nach ein paar Wochen im Outback war es schon eine ganz schöne Umstellung, plötzlich wieder unter so vielen Leuten zu sein! Als dann um zwei Uhr die Harbour Bridge wieder aufgemacht wurde standen so viele Leute schlange, dass es mich fast erschlagen hat! Unter gar keinen Umständen stell ich mich da in die Reihe und warte darauf, dass ich mit der Masse über die Brücke laufen kann! Wir entschieden uns noch eine Weile hin zu setzen und Lea genoss ihren Street Hot Dog bis die Menschenmasse nicht mehr ganz so extrem war. Nachdem wir gemütlich über die Brücke zurückgeluafen sind und uns von den Jungs verabschieded hatten und in unser Hostel zurück gefunden hatten, war der ganze Spuk auch schon wieder vorbei...
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir ganz gemütlich (wir probierten so viel Zeit wie möglich ausserhalb des Hostels zu verbringen, da es absolut scheusslich war...) Wir machten einen Spaziergang vom Bondi zum Coogee Beach, traffen Alice zu einem Smoothie und am letzten Abend traffen wir Matt noch zu einem Abschiedsdrink bevor es am nächsten Tag weiter ging nach Auckland.
- Reisefoedli
- Danke für euren Besuch auf meinem Reiseblog. Viel Spass beim lesen :)
Donnerstag, 8. Januar 2015
New Years Eve in Sydney
Sonntag, 4. Januar 2015
Indian Pacific- mit dem Zug von Perth nach Sydney
Unglaublich wie schnell vier Tage und drei Nächte in einem Zug vergehen können! Trotzdem war ich sehr froh, als wir am 31. Dezember endlich in Sydney einfuhren. Als ich dazumals diesen Zug-Trip in der Schweiz gebucht habe, dachte ich, es wäre toll, diese Strecke mit dem Zug zu machen statt zu fliegen. Denn ich wollte so viel wie möglich vom Land sehen und dachte dies wäre die beste Lösung.
Nachdem wir unser übermässig vieles Gepäck eingecheckt hatten und uns ein leckeres Frühstück gegönnt hatten, fiel mir als erstes im Zug auf, dass man eine unglaubliche Beinfreiheit hat! (Ich konnte meine Beine doch tatsächlich ganz durchstrecken!!!) Und den Sitz kann man fast ganz runter lassen! Viel bequemer als in unseren Europa-Nachtzügen! Auch das Essen vom Restaurant ist ganz ok und was mich am meisten beeindruckt hat, unser Abteil hatte doch tatsächlich zwei, ja wircklich zwei Duschen!!! Das Beste an der langen Zugfahrt war, ich hatte gaaaanz viel Zeit um mich um meinen Blog zu kümmern, aber dies habt ihr sicher schon bemerkt ;) Wir machten täglich zwei Stopps, welche zwar meistens mitten in der Nacht waren oder einmal am Örtchen Cook (welches genau vier (!) Einwohner hat) und dort konnten wir nicht wircklich etwas machen ausser sich die Beine vertretten. Aber trotzdem war es ganz lustig auszusteigen und ein bisschen umher zu laufen. Am besten hat mir Broken Hill gefallen, unser letzter Halt vor Sydney. Das Stätdchen ist wahnsinnig knuffig und überzeugt mit viel outback Charme. Während unserer Zugfahrt traffen wir wieder einmal auf lustige Leute. Mit einem lustigen Franzosen und Deutschen tauschten wir während einem Gläschen Wein und Rum Geschichten von Reisen und Abenteuern aus (der Franzose hatte eine tolle Bärengeschichte auf Lager). Und ein witziger Aussie machte mit uns einen Stadtrundgang durch Kalgoorlie mitten in der Nacht. Sonst gab es eigentlich nicht viel zu tun ausser Schlafen, Essen, ab und zu mal ein bisschen Sport zu machen (leider gab es nicht wircklich genug Platz um unsere Pole-Dehn-Übungen zu machen) und natürlich den Blog zu schreiben;). Ein weiterer Grund warum ich mich so freute war (ausser Neujahr in Sydney zu feiern) Lea zu treffen. Denn in Neuseeland werden wir zu dritt unterwegs sein:) Deswegen war ich überglücklich als es in der Durchsage hiess: Next stop Sydney:)
Samstag, 3. Januar 2015
Perth
Wie es bei Backpackers oft der Fall ist, ändern sich die Pläne meist schlagartig und spontan und bevor man es realisiert, sitzt man viellecht schon im Flugzeug und fliegt über zwei Staaten, um bei einer Aussie-Familien-Weihnachtsfeier teil zu nehmen. So war es auf jeden Fall bei Michèle, die von Lucas eingeladen wurde, mit ihm und seiner Familie Weihnachten zu feiern. Da ich mit eigenen Problemen zu kämpfen hatte, kam es mir gerade entgegen, dass ich ein paar Tage für mich hatte. Problem Nummer eins: Ich hatte keinen Stempel im Pass! Ja ganz richtig, irgendwie habe ich es geschafft in Brisbane bei der Ankunft durch die Sicherheitskontrolle zu schleichen, ohne dass mir jemand einen Stempel in den Pass machte. Da die Innlandflüge hierzulande wie Zug fahren ist, kontrollierte beim Weiterflug nach Cairns niemand meinen Pass und so viel es mir erst vor gut zwei Wochen auf, dass ich ja gar keinen Stempel im Pass hatte... Als ich Fränzi (die Mitarbeiterin von Globetrotter welche mir geholfen hat die Reise zu organisiern) davon schrieb und sie mit dem Visa Service dies abklärte (bei welchen diesen Fall auch noch nie vorkam) schlug sie mir vor, einfach mal auf einen Flughafen zu gehen und probieren dieses Problem zu lösen. Gesagt, getan. Nachdem ich X Mal in andere Büros geschickt wurde, hiess es plötzlich, ich bräuche gar keinen Stempel und dann wieder doch und schlussendlich landete ich endlich auf dem Immigrantenbüro und musste auf irgendeine höhere Angestellte warten welche mir einen Spezialstempel in meinen Pass verpassen musste. Als ich endlich, nach fast drei Monaten, einen Stempel im Pass hatte, musste dies mit einem Soya-Chai-Tea-Latte gefeiert werden. Mein nächstes Problem war eine Surfboardtasche zu finden die für meinen Buzzy genug gross war. Wie ich raus fand sind Longboards hier anscheinend nicht so In und so musste ich X Surfshops durchstöbern bevor ich endlich eine genug grosse Tasche fand. Die restliche Zeit in Perth verbrachte ich mit viel Fahrrad fahren, am Strand sönnele (leider wieder Pech mit den Wellen, hier haben sie nur im Winter gute Wellen, ich war also ein halbes Jahr zu früh oder zu spät;)) und shoppen :D Den am 26. Dezember war super Sale und die Geschäfte schmiessen wortwörtlich alles für Spotpreise raus. Ja ich weiss dass ich eigentlich keine Kapazität mehr habe für noch mehr Kleider, aber als ich die Boardtasch gekauft habe, gab mir der Verkäufer einen super Tipp. Da ich ja eh Buzzy mit weichen Sachen schützen muss für den Flug, kann ich meine Kleider dafür benutzen und so ist es eigentlich wieder gut, dass ich so viele Kleider habe :D Und mein Koffer wird wieder halb leer sein. Wie toll! (Nur wegen dem Gewicht muss ich dann noch schauen, aber irgendwie werde ich dies auch noch schaffen:)) Die Tage vergingen schnell und kaum war Michèle gegangen war sie schon wieder da. Nachdem wir beim Brunch uns über alle Details unsere letzten paar Tage ausgetauscht hatten (mir fiel ein, dass die letzten Tage, welche ich alleine verbracht habe, schon ganze zwei Monate her waren) machten wir uns nochmal auf den Weg in die Stadt, den Michèle wollte auch noch durch die Geschäfte stöbern. Am Abend holten wir Weihnachten nach (inklusive Geschenke austauschen:)) und einem super leckeren Essen in einem mega schönen Pub. Wir bereiteten uns schon Mal mental auf die nächsten Tage vor. Denn wir hatten noch eine laaaange Zugfahrt vor uns. Wir werden ganze vier Tage und drei Nächte von Perth nach Sydney fahren (Halleluhja) wo wir Lea für Silvester treffen würden. Ich freute mich riesig auf Lea, doch auf einmal war ich mir unsicher ob dies wircklich so eine gute Idee war. Aber da wir eh nichts mehr ändern konnten genossen wir noch unseren Rotwein und gingen bei Zeiten schlafen, damit wir am morgen für unsere lange Reise fit waren.
Kalbarri-Perth
Nachdem wir das süsse Stätdchen Denham nur noch im Rückspiegel sahen ging es weiter Richtung Kalbarri. Da wir beide schon ziemlich, man könnte schon fast ermüdet sagen, von den ständigen Sehenswürdigkeiten waren, beschlossen wir nur durch den Kalbarri National Park zu fahren und unsere Energie für den Wave Rock und die Pinnacles zu sparen. Ausserdem hatten wir einen Abend zuvor spontan beschlossen, nach dem uns ein Italiener, welcher lange in Schaffhausen gearbeitet hat und nun in Denham im Pub arbeitet, empfohlen noch unbedingt einen Abstecher nach Esperenace zu machen. Er schwärmte von wunderschönen weissen Stränden und glasklarem Wasser. Da es nur ca. 7 h von Perth entfernt ist und wir ja eh noch den Wave Rock anschauen wollten und wir dafür eh an Perth vorbei mussten, entschlossen wir die letzten paar Tage bevor wir das Auto abgeben müssen, noch nach Esperance zu gehen. Deswegen wollten wir, damit wir mehr Zeit in Esperance haben, nur eine kurze Spätlunchpause in Kalbarri machen, damit wir dann noch ein gutes Stück zurücklegen konnten damit wir am nächsten Tag schon die Pinnacles und den Wave Rock besichtigen konnten. Auf dem Weg zu unserem Camping kamen wir noch am Pink Lake vorbei. Der ist wie es der Name schon sagt pink! Ich konnte es kaum glauben! Was es hier nicht alles gibt, verrückt! Am nächsten Morgen ging es schon früh weiter und da es wieder einmal eine Red Back auf der Campingtoilette hatte (ich glaube wir waren auf keiner Campingtoilette im Westen, auf welcher es keine hatte! Oft hat sie ihr Netz so gespinnt, dass man trotzdem drauf konnte, aber ein paar Mal war es uns einfach zu nah...) mussten wir uns eine öffentliche BBQ Stelle suchen (welche es hier zum Glück amass gibt) auf welcher wir mal aufs Klo konnten. Da es eine wunderschöne Stelle am Juray Bay war mit Blick aufs Meer, beschlossen wir dort auch noch zu frühstücken. Nach dem Frühstück sprang ich noch schnell ins glasklare Wasser und schon ging es weiter zum Numung National Park in welchem sich die Pinnacles befinden. Wieder einmal war ich von Steinen überwältigt (die, die mein Blog regelmässig lesen habe sicher schon gemerkt, dass Steine so eine gewisse Wirkung auf mich haben;)). Aber es war wircklich unglaublich zu betrachten wie Steine, die alle eigentlich gleich entstande sind, sooo verschieden sein können. Jeder sieht anders aus als der andere... Wir machten einen kleinen Rundgang durch die Wüste und danach ging es weiter zum Wave Rock. Ich habe mich schon seit dem Anfang meiner Reise auf diesen Moment gefreut. Denn der Wave Rock ist, wie es der Name schon sagt, ein Stein (wie kann es auch anders sein;)) der wie eine Welle aussieht. Für mich als leidenschaftliche Surferin ein absolutes must! Nachdem die typischen Touristen Surfen-im-Stein-Fotots im Kasten waren machten wir noch einen Spaziergang auf dem Wave Rock, denn was ich vorher nicht wusste, kann man von Stein zu Stein wandern. Der Wave Rock ist nur einen von vielen auf denen man rumwandern kann.
Am nächsten Tag gegen den Nachmittag kamen wir in Esperance an und wir konnten es kaum glauben, aber es stürmte!!! Der Himmel war grau, das Meer wirkte grau, der Strand wirkte grau und es war für unsere Gewonheiten saukalt! Da hatten wir doch etwas anderes erwartet... Da wir jetzt ja eh schon da waren und das Wetter die nächsten paar Tagen auch nicht ändern würde, beschlossen wir das Beste daraus zu machen, ändern konnten wir ja eh nichts. Also checkten wir in ein Hostel ein (wir hatten keine Lust bei Wind und Regen im Zelt zu schlafen) und wir kamen wieder in den Genuss einer warmen Dusche und einem richtigen Bett, dass nicht die ganze Nacht durch wackelt. Denn je weiter südlich wir kamen, desto stürmerische Nächte hatten wir hinter uns, welches nicht immer so lustig war in unserem Rooftop Zelt. Nachdem wir wieder einmal ein wenig Sport gemacht hatten kochten wir uns noch ein leckeres Essen und gingen dann schon früh schlafen. Am nächsten Tag sah das Wetter immer noch nicht besser aus. Am Morgen besuchten wir noch schnell den wöchentlichen Markt und wir beschlossen dann, uns einen gemütlichen Nachmittag in einem super süssen Kaffee mit super leckerem Essen zu machen. Super war dazu, dass diese free WIFI hatten und wir uns somit den ganzen Nachmittag unserem Blog widmen konnten. Gegen den Abend machten wir uns auf Perth anzusteuern (eigentlich hatten wir zuerst vor zwei Nächte in Esperancce zu bleiben. Aber bei diesem Wetter beschlossen wir lieber schon einen Abend früher ab zu fahren und die Strecke in gemütlichen zwei statt einem Tag zu fahren...) Auf dem Camping, der sich gegenüber eines Roadhouses befand, schmückten wir zuerst unseren Weihnachtsbaum und feierten schon Mal wie die Aussie es tun, Vor-Weihnachten mit Goon. Nach ein paar Gläschen beschlossen wir mal den Leuten, welche in einer Scheune neben dem Roadhouse eine Party feierten, Hallo zu sagen. Wie Aussies sind, nahmen sie uns gerne in ihre Runde auf (wir crashten gerade die Roadhouse-Angestellten Weihnachtsfeier) und booten uns Shots und Bier an. Nachdem wir ein paar Stunden gequatscht hatten verabschiedeten wir uns von der heiteren Runde und gingen schlafen. Am nächsten Morgen, beim Zelt zusammen bauen, wurden wir wieder einmal Zeugen der australischen Gastfreundschaft. Da brachte uns der Besitzer des Roadhouses doch tatsächlich zwei Kaffees (leider mit Milch drin, deswegen musste Michèle beide trinken und hatte danach fast einen Koffeinschock) und half uns das Zelt zusammen zu bauen, denn irgendwie hatten wir es geschafft den Reisverschluss über einen Teil des Regenschutzes zu ziehen. Nun klemmte er wie blöd und wir konnten nur mit Hilfe einer Zange und Fett den Reissverschluss wieder zurück darüber ziehen. Völlig aus allen Wolken fiel ich (wortwörtlich) als er mir zum Schluss einen frischen Süsswasser-Lobster in die Hand drückt und uns schöne Weihnachten wünscht. Ich wollte am liebsten aufschreien, nicht ganz sicher ob vor ekel oder über die super liebe Geste dieses fremden Mannes. Ich wollte auf alle Fälle nicht mein Gesicht in diesen Moment sehen und als Michèle zurück im Auto sagte sie esse eigentlich auch keine Meeresfrüchte, wussten wir nicht so recht was wir damit anfangen sollten. Das arme Tier wurde fürs erste auf den restlichen Goon gebettet (Goon ist einer der billigsten Weine hier in Australien und wird üblich in Säcken verkauft) und los ging unsere Fahrt Richtung Perth. Am Abend waren wir zum Glück nicht alleine auf dem Camping und wir verschenkten den Lobster an eine dreiköpfigen Familie (die kleine Tochter hat sich von allen am meisten gefreut) und so musste das arme Tier nicht umsont sterben. Am nächsten Morgen fuhren wir schon früh nach Perth, checkten ins Hostel ein und dann brauchte unser Captain eine intensive Waschkur! Wir fuhren also mit ihm auf eine Waschanlage, wo er das ganze Beauty Programm durchmachen durfte, bevor wir ihn mit gutem Gewissen wieder bei Wicked Camper, der Firma bei welcher wir ihn gemietet hatten, abgeben konnten.